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Was bisher geschah: 

24. November 2018

 

Liebe Freundinnen, Freunde und Gäste des Erzählcafés,

 

„Wie schön sind deine Zelte, Jakob“

Lyrik aus Israel

 

Lyrik aus Israel ist Poesie eigener Art. Sie schildert das Leben, das aus einer Lebensfülle schöpft wie in keinem anderen Land, aber immer so, das sich auch die Geschichte mit allen ihren reichen und leidvollen Facetten spiegelt. Aus Anlass des 70. Jahrestages der Gründung Israels widmen wir uns namhaften Autoren wie Jehuda Amichai, Amoz Oz u.a. Im Lichte der Verheißung des Segens an Abraham beleuchten wir ebenso das Selbstverständnis Israels, das Geheimnis seiner Erscheinung und die Spannungen im Kontext der Politik.

 

Referentin: Beate Barwich

Religionspädagogin und Theologin

 

Samstag, den 29.9.2018

 

 „Das erste Licht ernüchterte sie, und sie prüften den Tag 

und sprachen dabei vom Fernen, Vergangenen, Unsichtbaren. 

Von den Horizonten sprachen sie, die alles umgaben,  

das noch nicht verschwunden war.“  

v. John Berger

 

 

Dijana Mijatovic 

 

„Herz stirb oder singe“ 

Dia, ihr Künstlername, geboren in Bosnien/Brcko vor 30 Jahren. 

Sie ist eine Grenzgängerin im eigenen Land sowie in den fremden Ländern. Nur ihre Stimme anerkennt keine Grenzen. Es ist ihre Seele, weit offen und staunend. Wir werden hineingezogen in ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte. Jedes Lied was wir accapella gesungen von Dia hören, ist verwoben mit ihrem Leben und betört den Zuschauer durch ihre ganz besondere und eigene Klangfarbe.  

„Die Freiheit wird einem nicht gegeben, man muss sie sich nehmen“  

Michael, Jacques Lieb 

„Alles hat seine Zeit!“

  

 

25.8.2018 

„Züge ins Leben- Züge in den Tod: 1938-1939“ 

Das Denkmal Züge in das Leben- Züge in den Tod; trains to death-trains to life 1938-1939, ist das zweite von bisher fünf Skulpturen zur Kindertransporthistorie 1938-39, geschaffen vom gebürtigen Danziger und Zeitzeugen Frank Meislers. In gemeinsamer Arbeit mit Lisa Sophie Bechner, Kindertransport Organisation Deutschland e. V. ist diese Skulptur am authentischen Abfahrtsort der Kinder, dem Bahnhof Berlin Friedrichstraße zu sehen. Lisa Bechner wird uns diese einzigartige,internationale Kindertransporthistorie nahe bringen.

 

Lisa Sophie Bechner (Referentin)

 

 

 

28.Juli 2018 

Die Wiederherstellung des Glücks“

 Eine berührende Geschichte einer deutsch-französischen Kindheit. Eine deutsche Familie siedelt sich Anfang der 50er Jahre auf einem Bauernhof in Frankreich an. Der Vater verwundet aus dem Krieg zurückgekehrt, der Mutter haben sich die Bombennächte in die Seele gebrannt. Nun will die Familie einen Neuanfang versuchen- ausgerechnet in einer Gegend, in der die Deutschen noch vor kurzer Zeit bestialisch gewütet haben. Mit Poesie und schonungsloser Ehrlichkeit erzählt Anna Tüne die Geschichte einer Kindheit, über der das Erbe der Herkunft wie ein dunkler  

Schatten lag und die von einem hoffnungsvollen Zauber erfasst war.

 

Anna Tüne arbeitet seit 30 Jahren als freiberufliche Kulturmanagerin und Projektentwicklerin. Daraus ist auch eine kontinuierliche Kooperation mit dem Gedenkprojekt ihres französischen Heimatortes Dieulefit entstanden. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Courage gegen Fremdenhass e. V.“ und lebt in Berlin. 

Anna Tüne (Autorin)

 

 

 

30. Juni 2018 

 

THEMA für 2018 

 

Victor Klemperer

 

„LTI“ – „Lingua Tertii Imperii“ 

 

Es heißt: „Sprache ist Ausdruck des Denkens“. Sie ist auch gleichzeitig das Medium, das die Brücke schlägt von Mensch zu Mensch, von Land zu Land, von Kultur zu Kultur. Victor Klemperer hat mit seinem Buch „LTI – Notizbuch eines Philologen“ (1946) ein glühendes Zeugnis davon gegeben, dass „Sprache kein Schicksal“ ist. Tief in der Liebe zum Deutschen verwurzelt, obwohl als Jude verfolgt, stellt er überzeugend dar, dass es keine „unbewältigte Sprache“ gibt. Das kleine Buch ist ein erschütterndes Werk des stillen Widerstandes.

 

 

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste, 

im Erzählcafé Transit im Wedding, beginnen wir am 26.5. um 15 Uhr mit unserem Sommerprogramm und laden Sie, liebes Publikum, zu einem anregenden Austausch ein. 

Die „Deutschland- Datsche“- ein Gartenhaus als Mikrokosmos deutscher Geschichte. 

Hier wohnten einst ein jüdischer Arzt, später ein Nazi, dann Stasimitarbeiter.

Das Sommerhaus am See: ein Zuhause für fünf Familien- 100 Jahre deutscher Geschichte und heute renovieren Syrer dieses Haus in Groß- Glienicke –Berlin. 

In den 20iger Jahren wurde das Haus am See, das Sommerparadies für die jüdische Familie Alexander. Für Elsie Alexander, Großmutter von Autor Thomas Harding, ist es trotz der Verfolgung und Vertreibung der Nazis, ein Ort für die Seele geblieben. 

Danach pachtet Will Meisel, Komponist und NSDAP Mitglied, das Anwesen. Im Krieg bot das Haus seiner Familie Zuflucht. 

Nach der Teilung Deutschland lag das Haus in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR, direkt an der Grenze. Wieder wird es zur Zuflucht von Familien. Sie sahen wie am Ende des Gartens die Mauer gebaut wurde und auch wie sie fiel. 

Thomas Lucien Harding ist britischer Journalist und Autor dieses Buches. Geboren am 31. August 1968 in London. Nach der Wende begleitete er seine Großmutter zu diesem Ort. Viele Jahre später, das Haus war dem Verfall bereits preisgegeben, beschloss er die Geschichte dieses Hauses und der Menschen die in ihm gelebt haben, aufzuschreiben. 

Im Rahmen des Erzählcafés wäre auch ein gemeinsamer Ausflug, an den Ort des Geschehens möglich. 

 

 

 

14. April 2018 um 15 Uhr

 

zeigen wir den Film: Talking Memories von Heidi Munck. 

 

Jugenddokumentarfilm - Deutschland 1991-2014 – 77 Min. 

 

Zeitzeugen und Jugendliche recherchieren zum Thema Nationalsozialismus und Neofaschismus 

 

Angeregt durch den Mauerfall und das Auftauchen einer Neofaschistischen Szene in Deutschland, macht sich in TALKING MEMORIES, Filmemacherin Heidi Munck gemeinsam mit wissbegierigen Oberstufen Schülern auf eine Recherchereise, um dem brisanten Thema ganz neu zu begegnen und Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.

 

Mehr Infos unter:

http://www.filmemacher-heidi-munck.de/dokumentarfilm-documentary/

 

 

 

„Aufreibend ist es…

Aufreibend ist es und beschwerlich,

sich zu verweigern dem Herkömmlichen…

 

O die Wahrheit zu wissen, bevor sie

allgemein wird,

ertragen die lange Schweigepflicht

bis alle aussprechen,

was dir zu sagen,

so schwer fiel…“    v . Hans Sahl 

 

Franz und Petra Michalski 

„Im Schweigen redet es, im Reden schweigt es“

 

 Petra Michalski

 „Fülle ergibt sich da, wo wir den anderen bejahen“

 

Samstag, den 17.2.2018 um 15 Uhr

 

Petra Michalski, geb. 4.4.1937 wird uns die besondere Lebensgeschichte ihrer Mutter vorstellen. Ihre Mutter war eine argentinische Eingeborene vom Stamme der Guarani. Ihr ungewöhnlicher Weg bis nach Hamburg und wie sie ihre beiden Kinder Petra und Heini vor den Russen rettete.

Dieser schillernden Lebensgeschichte dürfen wir unser Ohr leihen.

  

 

Samstag, den 27.1.2018 um 15 Uhr 

Wir hören die Lebensgeschichte von Franz Michalski aus dem Munde seiner Frau, Petra Michalski. Da Franz vor 8 Jahren einen Schlaganfall erlitt und nicht mehr richtig sprechen kann, hat er seine Frau zu seinem Sprachrohr erklärt. 

Franz, geb. 17.10.1934 in Görlitz, stammt aus einer jüdisch/katholischen Familie. Er und seine Familie haben die Jahre unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nur überlebt, da Ihnen Menschen geholfen haben, die wir heute „Die stillen Helden“ nennen, da sie nie über ihre lebensgefährlichen Taten gesprochen haben. 

Unser Anliegen ist es, diese Menschen zu erinnern und sie zu ehren. Daher erzählen wir die Flucht- und Versteckgeschichten vor Schülern, Studenten und interessierten Erwachsenen.

 

 

 Mucke Weichardt 

Ernteglück 

Samstag, 16.12.2017 um 15 Uhr  

Raten Sie von welcher Persönlichkeit ich spreche ich? 

„In der Natur haben die Igel angefangen ihre Nester zu bauen, 

und auf dem Weg in den Wald konnten sie sich dem leckeren Duft unserer Bäckerei nicht widersetzen und blieben in unserem Schaufenster sitzen.“

„Weichardt Brot“ feiert in diesem Oktober seinen 40igsten Geburtstag. Wie es dazu kam, wird die hinreißende Mitbegründerin der Bäckerei Weichardt,  Frau Mucke Reichardt, Ihnen liebes Publikum, in ihren ganz persönlichen Geschichten, die nur das Leben schreibt, erzählen. 

Aber nicht nur dieses, auch Gaumenfreuden werden mitgeliefert und die Bäckerei spendet unserem Erzählcafé im Wedding köstlichen Kuchen. Wir bedanken uns bei Familie Weichardt wissen es zu würdigen und bedanken
uns herzlich.

"Man soll Gott erst für das Brot danken, bevor man um Kuchen bittet", (sagt ein russisches Sprichwort). 

 

 

 

Maria Geiger 

„Die Natur kennt keine Probleme nur Lösungen“  

Samstag, den 25.11.2017 um 15 Uhr 

„Die Rose stand im Tau, 

es waren Perlen grau, 

als Sonne sie beschienen, 

wurden sie zu Rubinen.“  

Maria Geigers photographische Streifzüge zeigen Pflanzen, Landschaften und Stadtansichten. Im Spiel mit dem Licht erzählen sie ureigene Geschichten: 

Natur als große Ruhe gegenüber unserer Beweglichkeit. Je feiner und beweglicher wir werden, umso mehr werden wir auch die Natur lieben. 

Diejenige seelische Kraft, die am meisten geschädigt wird, wenn der Mensch nicht mehr naturgemäß lebt, nicht mehr in der Natur lebt, nicht mehr wandert und sich von der geheimen Seele der Landschaft umfassen lässt, ist die Phantasie. Lassen wir uns also von Marias Bildern und Suchbewegungen mitreißen! 

Gemeinsam mit ihr werden wir Phantasien entwickeln und entdecken: 

„Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind“

 

 

 

Sarajewo- Reisebilder einer verwundeten Stadt  

Samstag, den 28.10.2017 um 15 Uhr  

„Ich fahre gerne dritter Klasse 

Im Bus, auf dem Schiff, im Zug über Land, 

hier grüßen die Leute, 

wenn sie kommen und gehen, 

und geben dem Nachbarn die Hand.  

Sarajewo- Rand und Herz Europas zugleich. In dieser Stadt lebten vier große Weltkulturen Jahrhunderte lang friedlich und schöpferisch zusammen. Seit 1440 vermischten sich türkisch- muslimische, serbisch- orthodoxe, kroatisch-katholische, spanisch-jüdische, österreichisch-ungarische Einflüsse. Multikulturalität war eine gelebte Realität in dieser Stadt. Dieser Mikrokosmos der Kulturen provozierte die Belagerer. 

Lisa Schell erzählt über ihre Reiseeindrücke in Sarajewo. Ihr Element- die Menschen selbst. Ein Sammeln von Erfahrungen mit der Welt und umgekehrt, die Erfahrungen der Welt mit ihr. Normadengedanken! Fremde und eigene Anschauungen werden dabei hinterfragt und ermutigen zur eigenen Veränderung. 

In ihrem Gepäck befindet sich ein berühmter Erzähler, ein großartiger Vermenger von Unterschieden, ein Zusammenfüger von allem mit allem. Die Wörter erkennen wir, doch nichts ist so, dass wir es verstehen. Öffnen wir uns also für den Zauber des Augenblicks. 

 

 

 Sonnabend, 29. Juli 2017, 15 Uhr

  „Selbst im Exil ist es nicht so schlimm zu leben wie allein im Vaterlande“ 

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Erzählcafes-

 die Odyssee geht weiter!

In unsrem heutigen Gespräch und Lesung geht es um das Buch „Die Fremde- ein seltsamer Lehrmeister“, das der irakische Autor Usama Al- Shahmani und die deutsche Autorin Bernadette Conrad gemeinsam verfasst haben: „Eine Begegnung zwischen Bagdad, Berlin und Frauenfeld“, wie es im Untertitel heißt. Es wird eine spannende Wahrnehmungsperspektive zwischen eigener und fremder Kultur erzählt.

Weil Usama Al Shahmani ein regimkritisches Theaterstück geschrieben hatte, musste er den Irak fluchtartig verlassen. In Frauenfeld hat sich der ehemalige Flüchtling wieder ein Zuhause aufgebaut und lebt dort mit seiner Familie.

Bernadette Conrad erinnert sich daran, wie sie als Kriegsenkelin die Elternhäuser von Vater und Mutter im heutigen Polen suchte und denkt darüber nach, wie Flucht- und Diktaturerfahrungen durch die Generationen weiterwirken. Als die Autorin Usama kennenlernt, fällt ihr sofort sein Deutsch auf, durch das die Sprachmusik des Arabischen schimmert. Ob er kleine Alltagsgeschichten erzählt oder vom täglichen Umgang mit seinem im Irak verschwundenen Bruder, immer schwingen die großen Fragen mit.

Was bedeutet der plötzliche Abbruch eines gewohnten Lebens? Wie geht das Ankommen in einem neuen Leben? Kommt er heute nach einem Besuch im Irak nach Hause oder in ein fremdes Land? Was möchte er denen sagen die jetzt auf der Flucht sind?

Usama Al Shahmani erzählt vom Leben unter Saddam, vom Krieg und von schwierigen Nachkriegszeiten, vom Spagat zwischen Terror dort und Sicherheit und Frieden hier. Ein Gespräch entspinnt sich mit Bernadette Conrad, deren Familie vor einer Generation auf der Flucht war, und über die persönlichen Erfahrungen hinaus werden europäische und arabische Perspektiven sichtbar. Eine Odyssee von Krieg, Flucht, Vertreibung, Identitätsverlust und Fremdheit, ein universelles Erlebnis das wir alle bewusst oder unbewusst in uns tragen.

Bernadette Conrad und Usama Al Shahmani beide haben sich in einer Lesegruppe in Kreuzlingen kennengelernt. Conrad, deren Familie vor einer Generation auf der Flucht war, konnte ihn für die Idee eines gemeinsamen Buches begeistern. Die zwei Autoren des Buches haben ihre Texte gemeinsam geschrieben, aber das dialogische nicht verloren.

 

„Die Fremde- ein seltsamer Lehrmeister“ 

Zu Gast: Bernadette Conrad Schriftstellerin und Reisejournalistin

Die Autorin Bernadette Conrad, geboren 1963 in Stuttgart, studierte Literatur in Bonn und Konstanz, arbeitet als Kulturjournalistin mit den Schwerpunkten Literatur, Reise und Porträt. Sie publiziert literarische Reportagen „Nomaden im Herzen“, das biographische Reisebuch „Die vielen Leben der Paula Fox“. Zuletzt erschien „Die kleinste Familie der Welt“. Vom spannenden Leben allein mit Kind. Bernadette Conrad lebt mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter in Berlin. Ihre Reportagen und Kritiken erscheinen in Die Zeit, Neue Züricher Zeitung, das Schweizer Radio, SRF2.

 

 

Vergesst nicht Freunde, wir reisen gemeinsam

Besteigen Berge, pflücken Himbeeren, lassen uns tragen von den vier Winden.

Vergesst nicht, es ist unsere gemeinsame Welt.

Die ungeteilte ach, die geteilte.

Die uns aufblühen lässt

Die uns vernichtet

Diese zerrissene, ungeteilte Erde

Auf der wir gemeinsam reisen.“

Rose Ausländer

  

Liebe Gäste, Freundinnen und Freunde des Erzählcafés, 

der erste Zyklus unsere Afrikaodyssee beginnt bereits Ende April, dazu möchten wir Sie recht herzlich einladen. 

Globalisierung, Migration und kulturelle Pluralisierung stellen die westlichen Gesellschaften vor große Herausforderungen. Die Konfrontation mit den Chancen und Schwierigkeiten von Integration sind dabei unausweichlich.

Wir stellen Ihnen Grenzgänger, mit einem Erfahrungswissen als Wanderer zwischen verschieden Welten, vor.

Sie eröffnen uns neue Perspektiven im Fremdverstehen.

 

 

 

Samstag, 24.06. 2017 

Eine afrikanische Odyssee:  

 "Du schläfst unterwegs am Wegesrand  

und träumst,

 du habest dein Reiseziel erreicht" 

 

"Ethnologen."  

Turkana in Kenia  

Harald Müller-Dempf ist Ethnologe am Max Planck Institut für ethnologische Forschung. Seine Forschungsgebiete sind Ostafrika und der südöstliche Sudan. Seine Feldstudien in Ostafrika sind in seinen unterschiedlichen Videos dokumentiert. Im Erzählcafé dürfen wir seine Feldforschungen über die Turkana miterleben.  

„Afrika besteht nicht nur aus ökonomischen und politischen Katastrophen, und auch nicht überall sind lokale Kulturen sang- und klanglos verschwunden. Diese Feldforschung 2013/2014 thematisiert, wie die Turkana hybride Lebensformen zwischen traditionellem Hirtentum und moderner Marktökonomie entwickelt haben“.  

Martina Dempf studierte Ethnologie und Philosophie. Ihre Feldforschungen unternahm sie am Horn von Afrika. Sie ist eine herausragende Schmuck- Designerin. In Berlin sowie in Griechenland unterhält sie eigene Ateliers. Präsentiert eigene Arbeiten und Ausstellungen internationaler Künstlerinnen und Künstler. 

Sie ist international unterwegs als Dozentin und Designberaterin.

 

 

 

Samstag, 27.05. 2017

„Um dicke Bretter zu bohren braucht es einen langen Atem“

Pater Wolfgang Schonecke ist Leiter der Vereins Netzwerk Afrika Deutschland e. V. und gehört zu den Afrikamissionaren Weiße Väter. 

Geboren 1938 in Berlin, lernte Wolfgang Schonecke als Schüler den ersten afrikanischen Bischof aus Uganda bei einem Jugendtreff kennen. Das Interesse für Afrika war entfacht und konkretisierte sich in einem lebenslangen Engagement für die Kirche in Afrika in der missionarischen Gemeinschaft der Afrikamissionare, im Volksmund wegen ihrer Kleidung auch Weiße Väter genannt. 

Nach Studien der Philosophie und Theologie in Deutschland und England arbeitet er 20 Jahre in Uganda, zunächst im Grenzgebiet von Ruanda und Kongo. Faszinierend war für ihn die enge Verknüpfung von pastoraler Pfarrarbeit mit basisorientierter Entwicklungsarbeit. Während der Wirren im Bürgerkrieg zwischen Obote und Museveni koordinierte er die Arbeit seiner Mitbrüder in Uganda. Nach sechs Jahren im Leitungsteam seines Ordens in Rom studierte er in den USA Fragen der sozialen Gerechtigkeit aus der Perspektive der Bibel und der christlichen Nächstenliebe. 

Was sind die ethischen Grundlagen von Entwicklungsarbeit? Auf welcher weltanschaulichen Basis entscheiden sich Menschen, in anderen Ländern aktiv zu werden, dort ökonomische und soziale Belange zu vertreten und zu diesem Zweck Institutionen zu gründen? Welchen Begriff von Entwicklung und gesellschaftlichen Zielen von Entwicklung haben sie dabei im Sinn?

 

 

 

Samstag, 29. 04. 2017 

„Farbe bekennen“ 

 Katharina Oguntoye ist eine dieser Frauen! Mitautorin des Buches „Farbe bekennen“.  

„Obwohl wir in der Vereinzelung leben und unsere Hautfarbe in Deutschland als Ausnahme angesehen wird, gibt es sehr viele von uns. Wir sind in irgendeiner deutschen Stadt aufgewachsen, wir arbeiten und leben mit weißen Deutschen zusammen- und doch gelten wir in genau diesem Deutschland als das -immer andere“ -…  

 „ Sie sprechen aber gut deutsch“, sagt man zu ihnen. „Woher kommen Sie denn?“  fragt man sie. Und tröstet sie schließlich mit den Worten: „So schwarz sind Sie ja gar nicht.“ 

Alltäglicher Rassismus, dem sie ausgesetzt sind: Die afro-deutschen Frauen, die in diesem Buch zu Wort kommen, fühlen sich fremd in ihrem eigenen Land. Sie sind hier geboren und aufgewachsen, als Kind schwarzer Väter und weißer Mütter. Sie sind Deutsche und werden doch wie Fremde, ausgegrenzt, „bestenfalls“ als exotisch angesehen. 

Dieses Buch: „Farbe bekennen ist ein Aufbruch afro- deutscher Frauen in die Geschichte und zu sich selbst. 

Katharina Oguntoye ist Historikerin, Aktivistin, Lyrikerin und Leiterin des interkulturellen Netzwerk Joliba e.V.. Katharina Oguntoye wurde 1959 in Zwickau geboren, ist in Leipzig, Nigeria und Heidelberg aufgewachsen. Sie hat schon früh auf die Probleme schwarzer Deutscher hingewiesen. Heute begegnen sich in ihrem Verein Joliba e.V. afrodeutsche und afrikanische Familien.

 

 

 

„Wer weiß ... was Ariadne ist?“ 

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste, 
im Erzählcafé Transit im Wedding werden im neuen Jahr mit Plaudereien aus dem Nähkästchen Geschichten, erlebte und erzählte, weitergegeben und gesammelt. 
In früheren Zeiten haben Frauen geheime Dinge wie Liebesbriefe und Gedichte in ihrem Nähkästchen verborgen. Ein sicheres Versteck, zu dem kein anderer Zugriff hatte.
Zur gepflegten Dame des 19. Jahrhunderts gehörte ein Nähkästchen genauso wie zur heutigen Geschäftsfrau der Schminkkoffer. Neben Zwirn und Nadel tauschten sie Geschichten aus.
Selbst ein altes unbeachtetes Werkzeug, die Nähnadel, erlebte Wanderung, Industrialisierung, Globalisierung. Uraltes Kulturerbe und Handwerkswissen verbirgt sich in ihr. Die Nadel findet sich am Grunde des Heuhaufens, des Werkzeugkastens und der Vergangenheit wieder. 


Den drei nächsten Veranstaltungen ist gemeinsam, dass sie dem Wollknäuel der Ariadne folgen. Ins Labyrinth hineingehen. Ausharren. Auf dem Weg bleiben. Den roten Faden nicht aus der Hand geben und bei jeder Hinwendung, Kehrtwendung und Abwendung gilt es, Überraschendes zu entdecken.
Liebes Publikum, ich wünsche Ihnen ein erfülltes Neues Jahr und freue mich auf einen anregenden Gedankenaustausch

Ihre Lisa Schell

 

Ellen Meyer 

Schwinge dich auf  zum Mond, selbst wenn du ihn verfehlst, landest du bei den Sternen 

Samstag, 25.3.2017  

Ellen Meyer, Musikerin aus Berlin, erzählt Märchen und begleitet sich dabei auf der Harfe. Auf Märkten verkauft sie selbst gehäkelte, originelle Sachen. 
Ihre Harfe ist eine besondere Harfe, sie heißt Kora. Ihr Klang lädt zum Träumen und Entspannen ein. Die Kora zählt zu den ältesten Saiteninstrumenten Westafrikas. Sie kommt aus dem Kulturkreis der Malinke, dem ehemaligen Königreich Mali. 

Gespielt wurde das Instrument von „Griots“, der sogenannten Künstlerkaste. Das Koraspiel wurde jeweils vom Vater an den Sohn weitergegeben. Die wichtigste Aufgabe dieser Musiker war es, die Geschichten zu bewahren, da es keine Schriftsprache gab. Bis heute gibt es wenige Frauen, die das Instrument beherrschen. 

Wir dürfen daher zusehen und zuhören, wie Ellen an diesem Nachmittag im Erzählcafé ihre unterschiedlichen Begabungen verknüpft zum einzigartigen, bunten Teppich. In der Gewissheit: Der rote Faden liegt in mir!

 

 

 

Roswitha Baumeister

Die Rückkehr der Nadelprinzessin

Samstag, 25.2.2017

Die bildende Künstlerin Roswitha Baumeister lebt und arbeitet seit den 70er Jahren in Berlin.“ Die Rückkehr der Nadelprinzessin“ nennt sie ihr aktuelles Projekt, das Erinnerungen an ihren Herkunftsort Trier verarbeitet. Eine Installation im Erzählcafê zeigt Schätze ihrer Nadelsammlung. In persönlichen Recherchen spürt sie der Nähnadel nach und weiß über dieses alte, unbeachtete Werkzeug erstaunliche Begebenheiten zu erzählen. Eine Nadelprinzessin war die Künstlerin 1971 beim Nähwettbewerb von Singer Nähmaschinen geworden. Eine Frauenrolle, die die Ambivalenz der damaligen Zeit widerspiegelt: Infragestellung der Frauenrolle und gleichzeitig die Bewunderung für die Fertigkeit des Nähens, um Schönes herzustellen. Wer kennt nicht Nesthäkchens Nadelmappe oder Koffer? Sollten Sie, liebes Publikum, eine Mappe oder Koffer zu Hause aufbewahren, bringen Sie es mit und ergänzen Sie unsere Ausstellung!

 

 

 

Sevinc Kol 

Ich lebe gerne mit mir 

Samstag, 21.1.2017 

Bereits als fünfjähriges Mädchen folgte Sevenic Kol ihrem roten Faden von der Schwarzmeerküste nach Berlin, in den Wedding. Das Handwerk der begabten Maßschneiderin begleitet sie ihr Leben lang. Selbst in der Fremde und bis heute trägt ihr Handwerk Früchte. In eine Kleidermacherfamilie hineingeboren, lernte sie diese Fertigkeiten von der Pike auf von ihrer Mutter, die in Istanbul eine eigene Werkstatt führte. Die Eltern waren geschieden, und ihre Mutter ernährte alleine eine ganze Familie mit ihrer Hände Arbeit. Während die Mutter schneiderte und Schnitte anfertigte, beobachteten die wachen Augen der Tochter dieses eifrige Tun. Schon bald nähte die Tochter eigenständig Kleider für ihre Puppen und erntete viel Bewunderung von den Kindern aus der Nachbarschaft. Die Anerkennung der anderen und die tiefe Befriedigung, etwas Sinnvolles herstellen zu können, motivierten Sevenic, ihr Handwerk mehr und mehr zu verfeinern. Im Exil in Deutschland, wo Sevenic eine neue Sprache, fremde Gebräuche und eine fremde Kultur erlernen musste, und das Erlebnis Schule für sie nicht sehr erfolgreich endet, ernährte sie sich viele Jahre von einer entfremdeten Arbeit in der Fabrik. Heirat, Kindererziehung und Fabrikarbeit konnten jedoch den Traum von einem eigenen Maßatelier nicht verdrängen. Heute können wir Sevenic in ihrer bunten Werkstatt in der Uhlandstraße besuchen und uns von ihrem Können und ihrer ganz einzigartigen Handschrift überzeugen. Vielleicht stimmt es ja doch: Dass der direkte Weg der Umweg ist? 

„Woher willst du wissen, wohin du gehst, wenn du nicht weißt, woher du kommst“. Liebe Freundinnen und Freunde , zur Herbstsaison öffnet das Erzählcafé Transit im Wedding wieder seine Türen und Tore. Dazu möchten wir Sie herzlich einladen. Von der Antike bis zur Gegenwart sind Verlust, Vertreibung und schmerzhafter Neubeginn in der Fremde Erzählstoff der Menschheitsgeschichte. Während des Erzählens tritt der oder die Fremde aus der Anonymität und erhält ein Gesicht, in dem wir uns spiegeln können.

 

 

D r a g a n a O b e r s t

Jenseits der weißen Linie

Samstag, 29.10.2016 um 15:00 Uhr

Die Autorin Dragana Oberst, geboren 1955, wuchs bis zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr im Süden Jugoslawiens auf – im heutigen Südwesten Serbiens – und lebt seit 1970 in Deutschland. In ihrem autobiographischen Roman: „Jenseits der weißen Linie“ erzählt die Autorin von ihrer Kindheit zwischen zwei Kulturen, von Fremdsein und Integration, von der immerwährenden Suche nach Familie, Heimat und Identität. Im Belgrad der sechziger Jahre zerfällt ihre Familie. Janas Vater verschwindet eines Tages, die Mutter wandert nach Deutschland aus, um der Arbeitslosigkeit und Armut in Titos Jugoslawien zu entkommen. Die Kinder bleiben bei einer Pflegefamilie zurück, bevor auch sie voneinander getrennt werden. Auszug aus den Pressestimmen: „In ihrem kleinen, äußerst feinen Roman übersetzt Dragana Oberst ebenfalls: eine traurige Kindheit in wunderbare Erzählkunst, die immer wieder tröstlich zu stimmen vermag. Selten ist Trauriges so schön verpackt worden“.

 

 

S. B a n u Y a l k u t – B r e d d e rm a n n und N o r a K i z i l h a n

Die Eziden Samstag, 26.11.2016 um 15:00 Uhr

S. Banu Yalkut-Breddermann, geboren 1952 in Ankara. Sie studierte Ethnologie und Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin, mit dem Schwerpunkt Religion und Transformation der kurdischen Ezidi-Gemeinschaft. Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeiten unternahm sie Feldforschungen über die ezidische Diaspora. Während dieser Recherchen ist das Buch „Das Volk des Engel Pfau“ entstanden. Aus diesem Buch wird die Autorin die einst mündlich überlieferten Mythologien der Eziden vorlesen. Nora Kizilhan, ist in Celle aufgewachsen, sie lebt jetzt in Berlin. Sie arbeitet als Diplomübersetzerin, Sozialpädagogin und Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums interkultureller Jugend- und Familienhilfe. Sie selbst ist Ezidin. In ihrer täglichen Arbeit begleitet sie ihre Landsleute auf ihrem nicht ganz einfachen Weg einer Neuorientierung im Exilland. Davon wird sie uns erzählen. Eine fotografische Werkschau zeigt die geografischen Orte ezidischer Kultur.

 

 

L i s a S c h e l l

„Nach Osten send ich mein Gesicht“

Samstag, 10.12.2016 um 15:00 Uhr

Eine Lesung mit Gedichten von Gertrud Kolmar anlässlich ihres Geburtstages vor genau 122 Jahren. Gelesen und zusammengestellt von Schauspielerin Lisa Schell, musikalische Begleitung am Cello von Edelgard Reifner. Gertrud Kolmar ist das Pseudonym der jüdischen Dichterin Gertrud Käthe Chodziesner, die am 10.12.1894 in Berlin geboren wurde und 1943 in der Speyerstr. 10 im Bayerischen Viertel in Berlin ihre letzte Adresse hatte. Sie floh nicht wie ihre Schwester und andere Verwandte ins Ausland, sondern blieb bei ihrem Vater, dem damals bekannten Rechtsanwalt Ludwig Chodziesner, der 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort 1943 verstarb. Gertrud Kolmar war bis zu ihrer Deportation nach Auschwitz in einer Kartonagenfabrik (Berlin-Lichtenberg) zur Zwangsarbeit verpflichtet. Sie war achtundvierzig Jahre alt, als sie im März 1943 gewaltsam verschleppt wurde. „Ich habe bisher nie so wie heute gewusst, wie stark ich bin….“

 

Der Bürgersaal des Karl-Schrader-Hauses der bbg Berliner Baugenossenschaft eG  wurde 1906 für Gemeinschaftsveranstaltungen eingerichtet und dient bis heute diesem Zweck. Das Erzählcafé ist seit Jahrzehnten dort verortet. Die neue Erzählrunde ist dem Thema –Exil und Vertreibung- gewidmet. Daher unser neues Motto von Thich Nhat Hanh: „Woher willst du wissen, wohin du gehst, wenn du nicht weißt, woher du kommst“.

Unsere Gäste werden ihre erlebten Exilgeschichten vorstellen, und das Publikum darf Fragen stellen und sich mit eigener Meinung einbringen. Für Kaffee und Kuchen bitten wir um eine Spende, der Eintritt ist frei. Das Erzählcafé Transit wird von einem Team geleitet. Unterstützt wird das Erzählcafé vom Eigentümer des Bürgersaales, der bbg Berliner Baugenossenschaft eG und deren Förderverein, dem Magareta-Spettmann-Verein e.V., sowie vom Verein Courage gegen Fremdenhass e.V